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Wissenschaftler glauben, dass ein Bestandteil von Cannabis eines Tages genutzt werden könnte, um Heroinabhängige zu behandeln – und damit die Opioidkrise in den USA zu bekämpfen.

Wie sich nämlich zeigte, mildert die Einnahme von Cannabidiol (CBD), einem a nicht psychoaktiven Bestandteil von Marihuana, das Verlangen und die Beklemmung, die mit dem Entzug eines starken Opioids einhergehen. Zudem scheint CBD die Anzeichen von Stress zu mildern, wie etwa einen beschleunigten Herzschlag sowie die Menge des Stresshormons Cortisol.

Einer im The American Journal of Psychiatry veröffentlichten Studie zufolge wird die Opioidkrise in den USA mit mehr als 300.000 Todesfällen in den letzten zehn Jahren in Verbindung gebracht. Was die Entwicklung von Hilfsmitteln zu deren Lösung umso dringender macht.

Allerdings verfügt die Ärzteschaft nur über ein begrenztes Arsenal an Medikamenten, mit deren Hilfe sie abhängige Patienten behandeln können. Dazu gehören Methadon und Buprenorphin, beides Opioide, die ebenfalls abhängig machen und streng reguliert werden.

Forscher der Icahn School of Medicine am Mount Sinai untersuchten nun, ob CBD die Basis neuer Behandlungsformen bilden könnte. Dabei zeigte sich, dass die Gruppe von Probanden, die CBD erhielt, deutlich weniger Suchtanzeichen und Beklemmungssymptome zeigte – und zwar sogar noch sieben Tage nachdem sie den Cannabisbestandteil einnahmen. Zudem wurden keine Nebenwirkungen festgestellt.

Eine der Autorinnen der Studie, Yasmin Hurd, Leiterin des Instituts für Abhängigkeiten am Mount Sinai erklärte, dass die Untersuchungsergebnisse darauf hindeuten würden, dass CBD großes Potenzial besitze, Patienten mit Heroinabhängigkeit zu behandeln. Und eine erfolgreiche medizinische Behandlung mit Nicht-Opioiden würde die zur Verfügung stehenden Mittel zur Behandlung von Abhängigkeiten beträchtlich erweitern und damit behilflich sein, die steigende Zahl der Todesfälle zu reduzieren, die gewaltigen Kosten für das Gesundheitssystem zu senken und die Beschränkungen bei der Behandlung auf Grund der strikten behördlichen Regulierung zu vermindern, so Hurd weiter.

Auch Ian Hamilton vom Department of Health Sciences an der University of York, der nicht an der Forschung beteiligt war, erklärte gegenüber dem Magazin Newsweek, dass diese vielversprechende Ergebnisse erbracht habe, die darauf hindeuten würden, dass Potenzial für die Verwendung von CBD in der Behandlung von Patienten mit Opiatabhängigkeit bestehe.

Chandni Hindocha, vom National Institute for Health Research Biomedical Research Centers in Großbritannien, arbeitete an einer anderen Studie, die zeigte, dass die genetischen Variationen im Endocannabionid-System eine wichtige Rolle dabei spielen, wie Menschen auf Drogen reagieren.

Hindocha erklärte gegenüber dem Magazin Newsweek , dass die neue Studie unglaublich wichtig sei, da sie zeige, dass es Medikamente gebe, um auf die Opioidkrise zu reagieren. Es sei unwahrscheinlich, so die Forscherin weiter, dass CBD allein ausreichen werde, um Menschen davon abzubringen, Heroin zu konsumieren, doch in Verbindung mit anderen Behandlungsmethoden werde es mit Sicherheit von Nutzen sein.

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