Barrick Mining vor großer Zäsur: Kommt jetzt die Aufspaltung des Goldriesen?

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Der kanadische Goldproduzent Barrick Mining (WKN A417GQ) denkt laut Medienberichten über eine grundlegende Neuordnung des Konzerns nach. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mehrere mit den Überlegungen vertraute Personen berichtet, steht eine Aufspaltung des Unternehmens in zwei Einheiten im Raum: Ein Teil mit Fokus auf Nordamerika, ein weiterer mit den Minen in Afrika und Asien. Parallel wird auch ein vollständiger Verkauf der Afrika-Assets sowie des Kupfer-Gold-Projekts Reko Diq in Pakistan diskutiert.

Offiziell bestätigt hat Barrick Mining diese Pläne bislang nicht. Interim-CEO Mark Hill verwies auf Nachfrage lediglich darauf, dass der Konzern Spekulationen grundsätzlich nicht kommentiere. Die Gespräche seien noch im Gange und es gebe bisher keine verbindlichen Entscheidungen, heißt es aus Unternehmenskreisen.

Barrick Mining erwägt Trennung von Afrika- und Asienportfolio

Kern der Überlegungen ist demnach, das breit aufgestellte globale Portfolio von Barrick Mining klarer zu trennen. Eine Variante wäre, die Minen in Afrika und Asien in eine eigene Einheit auszugliedern oder sie in Teilen zu veräußern. Dazu zählen unter anderem Beteiligungen und Projekte in Mali, Tansania, der Demokratischen Republik Kongo, Papua-Neuguinea sowie die Großentwicklung Reko Diq in Pakistan.

Ein möglicher Verkauf der Afrika-Assets hängt laut den Informationen auch von laufenden Konflikten vor Ort ab. So möchte Barrick in Mali zunächst eine Auseinandersetzung mit der dortigen Militärregierung beilegen, bevor ein Verkauf umgesetzt werden könnte. In dem westafrikanischen Land kam es im Zusammenhang mit einer neuen Bergbau-Steuerregelung zu Streitigkeiten, die bereits konkrete Folgen für den Konzern hatten.

Im Fall von Reko Diq – einem großen Kupfer-Gold-Projekt in Pakistan – könnte ein Verkauf erst nach Abschluss der Projektfinanzierung auf die Agenda kommen. Reko Diq gilt als eines der bedeutenderen Entwicklungsprojekte im Portfolio von Barrick Mining, ist aber auch mit geopolitischen und finanziellen Herausforderungen verbunden.

Sollte es tatsächlich zur Aufspaltung kommen, wäre dies faktisch eine teilweise Umkehr der im Jahr 2019 vollzogenen Fusion mit Randgold Resources. Damals hatte Barrick unter dem damaligen CEO Mark Bristow zahlreiche afrikanische Anlagen in den Konzern integriert – jenes Portfolio, das nun wieder zur Disposition steht.

Strategiewechsel: Barrick Mining rückt Nordamerika in den Vordergrund

Im Mittelpunkt der neuen Überlegungen steht offenbar der Wunsch, Barrick Mining stärker auf Nordamerika auszurichten. Besonders die Minen in Nevada einschließlich des Entwicklungsprojekts Fourmile spielen dabei eine zentrale Rolle. Fourmile gilt als bedeutende unerschlossene Goldlagerstätte im US-Bundesstaat Nevada, deren Testproduktion nach aktueller Planung erst 2029 beginnen soll.

Nach Angaben von Insidern soll ein fokussierter Nordamerika-Konzern sicherstellen, dass die Gruppe an der Börse nicht unterbewertet wird – insbesondere im Fall eines möglichen Übernahmeangebots durch einen Wettbewerber. Ein Investor wird mit der Aussage zitiert, dass allein die Nevada-Aktivitäten genug Substanz hätten, um als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen zu den weltweit wertvollsten Goldproduzenten zu gehören. Barrick betreibt das Nevada-Goldgeschäft in einer Partnerschaft mit Newmont.

Interim-CEO Mark Hill hatte bereits Anfang der Woche öffentlich betont, Barrick Mining werde seinen Schwerpunkt künftig verstärkt auf Nordamerika legen. Diese Aussagen führten zu positiven Reaktionen am Markt: Analysten, unter anderem bei Jefferies, stuften die Aktie höher ein. Nach dem Bericht über die möglichen Aufspaltungspläne legten die Barrick-Papiere an der Börse in Toronto am Freitag um rund 3 % zu.

Gleichzeitig sehen viele Investoren die Aktie von Barrick Mining weiterhin als zurückgeblieben im Vergleich zur Branche. Zwar hat sich der Kurs im laufenden Jahr um etwa 130 % erhöht, doch über einen Zeitraum von fünf Jahren liegt die Wertentwicklung mit rund 52 % deutlich unter jener von Wettbewerbern wie Agnico Eagle, die im gleichen Zeitraum um 142 % zulegen konnten. Investoren hatten daher bereits in der Vergangenheit angeregt, stabile Assets wie Nevada und Fourmile vom risikoärmeren Segment zu trennen und riskantere Projekte – etwa in Afrika, Papua-Neuguinea und Reko Diq – separat zu bündeln.

Politische Risiken lasten auf internationalen Barrick-Mining-Projekten

Ein wesentlicher Treiber der Debatte sind die politischen Risiken, denen Barrick Mining in einigen Ländern ausgesetzt ist. Als einer der wenigen großen Goldkonzerne mit Minen auf mehreren Kontinenten profitiert das Unternehmen zwar von Diversifikation, ist aber gleichzeitig in Regionen aktiv, die als politisch fragil gelten.

Besonders deutlich wurde dies in Mali: Dort verlor Barrick Mining in diesem Jahr die Kontrolle über seinen profitabelsten Standort, den Loulo-Gounkoto-Komplex. Eine Auseinandersetzung über den neuen malischen Bergbau-Steuercode mündete in der Beschlagnahmung von drei Tonnen Gold und der Einsetzung eines vorläufigen Administrators, der nun die Mine führt. Der Konzern musste in der Folge rund 1 Mrd. US-Dollar abschreiben.

Vor diesem Hintergrund sehen manche Investoren eine klare Trennung der Regionen als Möglichkeit, das Risiko-Profil des Konzerns transparenter zu machen. Gleichzeitig wurde innerhalb des Unternehmens laut einem Investor bislang argumentiert, dass ohne die starken Nevada-Assets der verbleibende Restkonzern weniger attraktiv wäre – ein Grund, weshalb Barrick eine Aufspaltung in der Vergangenheit abgelehnt haben soll.

Neben Nevada und Mali betreibt Barrick Mining weitere bedeutende Assets, darunter Kupferminen in der Demokratischen Republik Kongo sowie Goldminen in Tansania, der Dominikanischen Republik und Papua-Neuguinea. Diese Projekte bilden zusammen ein globales Produktionsportfolio, dessen Bewertung am Kapitalmarkt nach Ansicht mancher Anleger nicht vollständig die Ertragskraft der Kernanlagen widerspiegelt.

Wie weit die internen Pläne tatsächlich gediehen sind und ob Barrick Mining am Ende den Schritt zu einer Aufspaltung oder größeren Portfolio-Bereinigung wagt, ist offen. Klar ist jedoch, dass die Diskussion um Struktur, regionale Ausrichtung und Risikoprofil des Konzerns an Dynamik gewonnen hat – nicht zuletzt vor dem Hintergrund hoher Goldpreise und eines zunehmend differenzierten Blicks der Investoren auf politische Risiken in der Rohstoffindustrie.

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