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Die Analysten von Goldman Sachs schwimmen gegen den Strom. Während viele Kommentatoren und Anleger den jüngsten Goldanstieg vor allem auf die geopolitischen Spannungen um Nordkorea zurückführen, sehen die Experten darin nur einen untergeordneten Grund für die Goldpreisrallye. Das gelbe Metall ist zuletzt auf den höchsten Stand seit 11 Monaten geklettert.

Stattdessen betrachtet Goldman Sachs Gold als die „Währung des letzten Auswegs“ und als Absicherung gegen Wertminderungen bei Währungen – nicht geopolitische Risiken. Und deshalb richtet die New Yorker Großbank sich bei ihren Goldpreisprognosen eher am Chaos in Washington und dessen Auswirkungen auf den US-Dollar aus.

Der Konflikt mit Nordkorea habe zwar zu einer erhöhten Nachfrage nach Gold geführt, so die Analysten, er erkläre aber nur einen kleinen Teil des Anstiegs – ca. 15 USD – von 100 USD pro Unze seit Mitte Juli, hieß es in einem Bericht, der am gestrigen Dienstag veröffentlicht wurde.

Der jüngste Atombombentest Nordkoreas, Berichten zufolge handelt es sich sogar um eine Wasserstoffbombe, führte zu Äußerungen aus den USA, dass das asiatische Land „um Krieg bettele“. Im Gefolge dieser Nachrichten war der Goldpreis zeitweilig auf mehr als 1.340 USD pro Unze gestiegen.

Goldman Sachs aber traut dem Braten nicht und geht davon aus, dass der Goldpreis zum Jahresende rund 100 USD pro Unze weniger kosten wird als aktuell. Denn dann werde die US-Regierung mit ihren Plänen vorangekommen sein.

Die tragischen Folgen von Hurricane Harvey würden nämlich dazu führen, dass die Politiker in Washington ihre Differenzen beilegen, Katastrophenhilfen genehmigen und verstärkt versuchen müssten, einen Stillstand der Regierungsgeschäfte zu vermeiden. Zudem müssten früher oder später Infrastrukturprojekte verfolgt werden, so Goldman weiter.

Die Experten der Bank gehen davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit eines solchen Shut Downs der US-Regierung von 35 auf nur noch 15% gesunken ist. Entsprechend halte man an der bisherigen Prognose eines Goldpreises – außer die Situation in Nordkorea eskaliere tatsächlich – von 1.250 USD pro Unze zum Jahresende fest.

Goldman wies darauf hin, dass der Beliebtheitsgrad von US-Präsident Donald Trump eine gute Entsprechung des „Washington Risikos“ darstelle und zudem eine hohe Korrelation zu Zinsraten und dem Goldpreis aufweise – mehr als geopolitische Ereignisse. Der Trump-Risikoaufschlag spiegele sich sowohl in den Realzinsen als auch dem schwächeren US-Dollar wieder und habe im vergangenen Jahr 85% der Bewegung im Goldpreis ausgemacht, hieß es weiter.

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