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Nach einem vergleichsweise langen Trading Halt war es heute soweit: Der australische Lithiumexplorer AVZ Minerals (WKN A0MXC7 / ASX AVZ) legte die mit Spannung erwartete erste Wirtschaftlichkeitsstudie zu seinem Manono-Projekt in der Demokratischen Republik Kongo vor.

Nur zur Einordnung: Eine so genannte Scoping-Studie, wie AVZ sie heute präsentierte, ist wirklich nur ein erster Hinweis auf die Wirtschaftlichkeit eines Rohstoffprojekts. Zum einen basiert sie noch auf Ressourcen (teilweise sogar in der Kategorie geschlussfolgert) und nicht auf Reserven, zum anderen ist sie von Natur aus wesentlich weniger umfangreich bzw. detailliert als die in der Regel dann folgenden Vormachbarkeits- und Machbarkeitsstudien.

Dennoch, eine Scoping-Studie ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entscheidung über den Bau einer Mine. Und die heute von AVZ vorgelegten Zahlen deuten unserer Ansicht nach darauf hin, dass Manono gute Chancen hat, später einmal zu einer großen Lithiummine zu werden.

Denn die Studie bescheinigt dem Projekt bei einer angenommenen Kapazität von 2 Mio. Tonnen Erz pro Jahr und einem auf 920 USD pro Tonne Konzentrat angesetzten Verkaufspreis einen Nettobarwert vor Steuern (Abzinsung 10%) von 1,6 Mrd. USD (der 60%ige Anteil von AVZ hätte in diesem Szenario einen Wert von 0,93 Mrd. USD) und damit einen sehr hohen internen Zinsfuß (IRR) von >90%. Selbst bei einem um 30% niedrigeren Konzentratpreis von 644 USD pro Tonne würde der Nettobarwert noch bei signifikanten 0,8 Mrd. USD (0,5 Mrd. USD für AVZ) liegen.

Angenommen wird in der Studie zudem eine Jahresproduktion von rund 440.000 Tonnen eines mindestens 5,8%igen Lithiumkonzentrats und eine sehr niedrige Strip-Ratio (Verhältnis von Abraum zu Erz) von 0,7:1 bei einer Lebensdauer der Mine von 20 Jahren. Den Investitionsbedarf für die Errichtung der Mine in diesem Szenario sieht die von unabhängigen Experten erstellte Studie bei 150 bis 160 Mio. USD, was unserer Ansicht nach kein übermäßig hoher Betrag ist.

Interessant sind auch die Vergleichsweise niedrigen operativen Kosten (ohne Kapitalkosten), die sich insgesamt auf 355 USD pro Tonne Konzentrat belaufen sollen - und zwar inklusive Anlieferung im Hafen und Verladung auf das Frachtschiff (FOB oder Free On Board-Kosten). Interessant wären in diesem Zusammenhang vielleicht auch die so genannten CIF-Kosten gewesen, wie sie insbesondere chinesische Abnehmer veranschlagen. In dieser Variante trägt der Exporteur die Kosten, inklusive Versicherung, bis zum Bestimmungshafen. Die Kosten für den Transport zum Hafen jedenfalls werden in der Studie mit 221 USD pro Tonne angegeben und machen damit den Löwenanteil der operativen Kosten aus.

Das war aber auf Grund der Lage des Manono-Projekts (500km nördlich von Lubumbashi im Süden der DRC) auch zu erwarten und beantwortet zumindest unter Vorbehalt die Frage, ob sich das Projekt dennoch rechnet, positiv. Die in der Studie als kosteneffizienteste betrachtete Transportroute verläuft demnach über Kalemie und Moba in der DRC über Kigoma nach Dar es Salaam in Tansania. Diese Route ist kürzer und voraussichtlich kostengünstiger als der traditionelle Weg für Kupfer- und Kobaltexporte aus der DRC, der über Lubumbashi nach Durban in Südafrika führt.

Wir betrachten die vorgelegten Zahlen insgesamt auf jeden Fall als sehr vielversprechend, zumal diese allein auf dem Lithiumgehalt des Manono-Erzes beruhen. AVZ Minerals hat aber neben den sehr hohen Lithiumgehalten auch immer wieder exzellente Zinngehalte im Manono-Erz nachgewiesen. Das enthaltene Zinnmetall könnte potenziell einen deutlich positiven Einfluss auf die Kostenstruktur einer eventuellen Produktion haben, wenn es als Beiprodukt gefördert würde. Das aber lag – leider – offensichtlich noch außerhalb des Umfangs der Scoping-Studie, der wie eingangs erwähnt ja begrenzt ist.

Um so wichtiger ist es, dass AVZ nun so schnell wie möglich eine Machbarkeitsstudie zu Manono vorlegt, um diesen und andere Punkte in größerem Detail berücksichtigen zu können. Und das Unternehmen hat auch bereits angekündigt, das möglichst zügig anzugehen, zumal man damit rechnet, die Wirtschaftlichkeit des Projekts dabei durch Berücksichtigung mehrerer Faktoren steigern zu können. Wir sind auf jeden Fall gespannt.

Die AVZ-Aktie ist in Australien mittlerweile übrigens wieder vom Handel ausgesetzt. Nachdem das Unternehmen heute Früh zunächst eine Verlängerung der Handelspause beantragt hatte, wurde nach Veröffentlichung der Studie der Handel doch wieder aufgenommen, nur um später wieder ausgesetzt zu werden. Wir hoffen, dass so schnell wie möglich klar gemacht wird, was genau der Grund für diese letzte Handelsaussetzung war.

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