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„Wenn sich VW in eine Richtung bewegt, dann bewegen sich die Dinge“. Das hat der VW-Markenvertriebsvorsitzende Jürgen Stackmann jüngst bei der Vorstellung des neuen vollelektrischen ID.3 in Berlin gesagt. Sein Wort in Gottes Ohr! Denn wenn es um die Rohstoffsicherheit geht, scheint man hierzulande immer noch zu glauben, dass der „Markt“ das schon irgendwie von allein regeln wird.

Ein kritischer Rohstoff für Lithium-Ionen-Batterien ist bekanntlich Graphit, denn ein durchschnittlicher E-Motor benötigt rund 50 Kilogramm hochreines Batteriegraphit. Und da sieht der „Markt“ aktuell so aus, dass sämtliches Batteriegraphit, das aus Naturgraphit gewonnen wird, aus China kommt. Die (von China wohl gewollte) Abhängigkeit liegt bei 100%. Der Grund liegt nicht nur darin, dass China der größte Graphitproduzent weltweit ist, sondern vor allem darin, dass China bis dato die Reinigung von Naturgraphit durch die für Mensch und Umwelt höchst gefährliche Flusssäure zulässt. Experten schätzen, dass rund 100.000 Tonnen Batteriegraphit pro Jahr mit Hilfe von Flusssäure (HF-Säure) gewonnen werden. Tendenz stark steigend: bis zum Jahr 2025 wird eine Ausweitung der Produktion auf bis zu 800.000 Tonnen pro Jahr erwartet.

Das ist der Hintergrund der heutigen Meldung von Kibaran Resources (ASX: KNL; FRA: FMK). Das kleine australische Unternehmen arbeitet – maßgeblich unterstützt durch deutsches Know-how – an einer umweltfreundlichen Alternative zur Gewinnung von Batteriegraphit. Kibaran berichtet von den jüngsten positiven Prüfergebnissen auf dem Weg zum Bau einer umweltfreundlichen Aufbereitungsfabrik für Naturgraphit in Kwinana, West-Australien. Es wäre nach unserem Wissen die erste und einzige Anlage ihrer Art weltweit. Insbesondere europäische Hersteller dürften ein großes Interesse daran haben, dass das in ihren Batterien verwendete Graphit umweltfreundlich gewonnen wird, erst recht, wenn das Material nicht teurer wäre als konventionell gereinigtes Batteriegraphit.

Das Kibaran Management hat wiederholt die Überzeugung geäußert, dass der EcoGraf genannte Prozess nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlich wettbewerbsfähig sei. Um diese These auch großtechnisch zu beweisen, hat das Unternehmen die australische Ingenieursgesellschaft GR Engineering damit beauftragt, die konkrete Vorplanung für eine Fabrik in Kwinana bei Perth zu entwickeln. Kibaran hat jetzt einen ermutigenden Zwischenbericht geliefert. Danach haben die Testarbeiten von GR Engineering die Effektivität und die Umweltfreundlichkeit des unternehmenseigenen EcoGraf-Reinigungsverfahrens bestätigt. Bei den Tests seien keinerlei schädliche Emissionen oder Rückstände entstanden, sei es in gasförmiger, flüssiger oder fester Form, heißt es in der heutigen Meldung.

Die detaillierten Tests zur Massenbilanz, Verfahrensabläufen und zur Quantifizierung der Abwassermengen dauern noch an. Am Ende fließen die Ergebnisse in die Planung einer Großanlage ein. Sie dienen darüber hinaus als Grundlage für Anträge auf behördliche Genehmigungen, zur Auswahl der Gerätelieferanten und zur Auswahl des bevorzugten Rohmaterials einschließlich der Vorbereitung von Kaufverträgen. In der ersten Jahreshälfte 2020 will Kibaran Resources, das sich bis dahin wohl in EcoGraph umbenannt haben wird, die Planung für die neue Aufbereitungsanlage für Batteriegraphit zur Investitionsreife gebracht haben. Die Behörden in West-Austalischen Staat gewähren Kibaran steuerliche Förderung.

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