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Während die Debatte, ob der Lithiummarkt vor einem Überangebot und damit sinkenden Preisen steht, kein Ende findet, hält einer der führenden Lithiumexperten weltweit unnachgiebig daran fest, dass die Horrorszenarien vieler Banken nicht als „schlechte Analyse“ sind, berichtet The Australian.

Joe Lowry ist in den vergangenen Jahren zu einer der führenden Stimmen in Bezug auf Lithium geworden, auch weil er immer wieder betonte, dass er einer der wenigen Experten ist, die tatsächlich über langfristige Erfahrung in diesem Sektor verfügen.

Lowry ist seit fast 30 Jahren in der Lithiumbranche tätigt, davon 23 als Leiter des weltweiten Lithiumverkaufs bei einem der größten Akteure des Sektors FMC Corp (WKN 871138) und er scheut nicht davor zurück, Unternehmen, Investmentbanken und Management zu kritisieren, wenn sie es seiner Ansicht nach verdienen, wie sich auch in einem Gespräch mit The Week-End Australian zeigte.

Diese fällt in eine Zeit, in der die Nachricht, dass der Lithiumproduzent SQM (895007) seine Differenzen mit der chilenischen Regierung ausgeräumt hat und so der Weg für eine drastische Erhöhung der Lithiumproduktion durch SQM nun frei sei. Diese Entwicklung übt immer noch Druck auf viele Unternehmen des Sektors aus und erst vergangene Woche stieß beispielsweise Citi in das gleiche Horn und warnte, dass die Einigung zwischen SQM und der Regierung Chiles zu einer Angebotsflut führen könnte.

Man sei zwar fundamental positiv in Bezug auf die Nachfrage aus dem Markt für Elektromobile (EV), so die Citi-Analysten, doch sehe man das Risiko, dass allein das chinesische Nachfragewachstum den Angebotsanstieg der näheren Zukunft nicht auffangen könne, bevor die Marktdurchdringung der EV weltweit ab Mitte des nächsten Jahrzehnts wirklich an Schwung gewinne.

Diese Analyse hatte genug Gewicht, dass Lithiumaktien abermals unter Druck gerieten, doch nach Ansicht von Lowry ist diese Sicht nicht stichhaltig. Die Vorstellung, dass auf Grund der jüngsten Entwicklung ein hoher Angebotsüberschuss entstehen werde, sei einfach Ergebnis einer schlechten Analyse.

Denn viele Analysten, die sich zum Thema SQM geäußert haben, hätten die neuen, drückende Abgaben nicht in Betracht gezogen, die die Produktionskosten von SQM in Chile erheblich steigen lassen würden. Zudem werde die Tatsache, dass die Pachtvereinbarung mit Chile ab 2030 neu verhandelt werden müsse, SQM noch einmal darüber nachdenken lassen, dort große Summen in die langfristige Entwicklung neuer Kapazitäten zu investieren, so Lowry.

Er geht davon aus, dass die Einigung nur zu einer moderaten Steigerung der chilenischen Produktion von SQM führen werde und der Konzern stattdessen verstärkt auf die Suche nach neuen Projekten in anderen Regionen gehen werde, wie schon bei dem Joint Venture mit der australischen Kidman Resources (WKN A1CV96).

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