Kurz nachdem das US-Pentagon in einem Milliarden Dollar schweren Deal bei der Seltene Erden-Gesellschaft MP Materials (WKN A2QHVL) eingestiegen ist (wir berichteten), folgt nun die Meldung, dass Technologieriese Apple (WKN 865985) einen Deal im Wert von 500 Mio. Dollar mit dem einzigen Produzenten der gefragten Hightech-Minerale in den USA abgeschlossen hat. Die Aktie von MP Materials eskaliert daraufhin weiter!
Das US-Verteidigungsministerium und der iPhone-Produzent Apple sind dabei Teil umfassender Bemühungen zur Sicherung einheimischer Lieferketten der für Smartphones, Elektromobile und im Rüstungssektor benötigten, eigentlich gar nicht so Seltenen Erden. Insbesondere die Unabhängigkeit von China, das den Weltmarkt für Seltene Erden zurzeit dominiert, steht dabei für Washington im Vordergrund.
Apple und MP Materials wollen spezielle Fertigungsstrecken entwickeln
Apple auf jeden Fall hat zugesagt, in den USA hergestellte Seltene Erden-Magnete von der Anlage MP Materials‘ in Fort Worth, Texas zu erwerben. Dabei wollen die neuen Partner gemeinsam eine Fabrik entwickeln, in der Neodym-Magnet-Fertigungsstrecken entstehen, die speziell auf Apple-Produkte zugeschnitten sind. Der Tech-Gigant verfolgt bereits eine umfassende Strategie um seine Produktion in den USA auszuweiten und plant dafür in den kommenden vier Jahren 500 Mrd. USD zu investieren.

Die Aktie von MP Materials, die nach dem Pentagon-Deal bereits mehr als 50% gestiegen war, legte nach Bekanntwerden des Abkommens noch einmal um rund 20% zu und schloss an der NYSE bei 58,22 USD und damit auf dem höchsten Stand seit mindestens fünf Jahren.
Apple-CEO Tim Cook erklärte in einem Presse-Statement, dass Seltene Erden-Materialien essenziell für die Herstellung fortgeschrittener Technologieprodukte seien und die neue Partnerschaft helfen werden, das Angebot dieser entscheidenden Materialien in den USA zu stärken.
Die Vereinbarung sieht zudem eine Initiative zum Recycling Seltener Erden auf der Mountain Pass-Mine von MP Materials in Kalifornien vor. Auch das recycelte Material soll für die Herstellung von Apple-Produkten genutzt werden.
Auch Ucore Rare Metals profitiert von den Plänen der US-Regierung
Die kanadische Ucore Rare Metals (WKN A2QJQ4 / TSXV UCU) hat schon vor Jahren begonnen, sich als Teil einer Nord- bzw. US-amerikanischen Lieferkette von Seltenen Erden zu positionieren.
Das Unternehmen von CEO Pat Ryan hat die so genannte RapidSX-Technologie entwickelt, die es erlaubt sowohl leichte als auch schwere Seltene Erden-Erze schneller und kostengünstiger aufzubereiten als mit konventionellen Methoden. Dazu arbeitet man in einer Demonstrationsanlage im kanadischen Kingston bereits mit dem US-Verteidigungsministerium zusammen, dass finanzielle Unterstützung in Höhe von bis zu 4 Mio. USD zur Verfügung stellt.
Erst vor Kurzem hat das Pentagon Ucore aber weitere 18,4 Mio. USD (!) bereitgestellt, um den geplanten Ausbau einer kommerziellen RapidSX-Anlage im US-Bundesstaat Louisiana zu beschleunigen, wo das in Kingston gewonnene Know-how zum Einsatz kommen soll. Der erste Spatenstich erfolgte bereits Ende Mai, worauf hin die Aktie bis auf 2,00 CAD nach oben kletterte. Auch wenn aktuell der Kurs wieder knapp unter 1,46 CAD steht, bedeutet das doch seit Jahresbeginn immer noch eine knappe Verdopplung. Und wir glauben, dass Ucore angesichts der jüngsten Entwicklungen und der Pläne der US-Regierung noch deutlich Luft nach oben hat, wenn das Unternehmen auf operativer Seite liefert. Wir sind gespannt und bleiben auf jeden Fall dran an dieser spannenden Story und dem Seltene Erden-Sektor insgesamt.