Der Goldpreis hält sich nach wie vor über der mittlerweile soliden Widerstandslinie von 3.300 USD pro Unze kommt aber schon länger nicht richtig vom Fleck – vor allem, nachdem die Einigungen zwischen den USA und Japan sowie der Europäischen Union im Zollstreit die Risikobereitschaft vieler Anleger hat steigen lassen. Andere Edelmetalle aber könnten mehr Schwung haben, glauben Analysten.
So denkt man auch bei der Commerzbank, dass auf Grund der abnehmenden geopolitischen Spannungen der Goldpreis erst einmal weiterhin in einer Spanne gehandelt werden wird – und zwar wahrscheinlich bis die US-Notenbank Hinweise auf zukünftige Zinssenkungen gibt.
Das jüngste Treffen des Offenmarktausschusses der Federal Reserve hatte am gestrigen Dienstag begonnen und wird heute mit einer Pressekonferenz von Fed-Chef Jerome Powell zu Ende gehen. Allgemein wird erwartet, dass die US-Zentralbank erst einmal an ihrer neutralen Geldpolitikausrichtung festhalten wird.
Allerdings wiesen die Commerzbanker einem Kitco-Bericht zufolge darauf hin, dass jegliche Signale einer zurückhaltenden Geldpolitik den Goldpreis stützen könnten. Bislang gehen die Märkte weiterhin davon aus, dass die nächsten Zinssenkungen im September beginnen.
Silber dürfte das Jahr bei 39 USD pro Unze beenden
Die Commerzbank geht im Gegensatz zur Entwicklung des Goldpreises davon aus, dass Silber und die Metalle der Platingruppe besser laufen werden. Die Analysten hoben so kürzlich ihr Ziel für den Silberpreis von 37 auf 39 USD pro Unze an.
Darüber hinaus gehen die Experten jetzt davon aus, dass Platin das Jahr bei 1.350 USD pro Unze beenden wird, während zuvor nur mit 1.250 USD je Unze gerechnet wurde. Auch Palladium sollte steigen und die Commerzbank erwartet, dass der Palladiumpreis Ende 2025 bei 1.200 USD je Unze liegen wird (bislang 1.100 USD je Unze).

Was bedeutet, dass man bei der Commerzbank den Großteil des jüngsten Preisanstiegs bei allen drei Metallen für nachhaltig hält, da dieser zuvor deren erhebliche Unterbewertung zu Gold reduziert habe. Die Gold/Silber-Ratio stehe nun bei 86 und damit leicht über dem langfristigen Durchschnitt, was auch über das Preisverhältnis von Gold und Platin gesagt werden könne.
Die Analysten sind also generell positiv für die Metalle der Platingruppe gestimmt, betonen aber auch, dass ein höherer Goldpreis entscheidend für die Performance des breiteren Edelmetallsektors sei. Silber und Platin dürften sich ihrer Ansicht nach nun größtenteils parallel zum Goldpreis bewegen, während Palladium auf Grund etwas weniger günstiger Fundamentaldaten vermutlich etwas schwächer laufen dürfte.