Australiens Goldsektor liefert weiter zuverlässig: Im Geschäftsjahr 2024/25 kamen laut dem in Melbourne ansässigen Research-Haus Surbiton Associates rund 300 Tonnen aus den Minen – der höchste Jahreswert seit 2022/23, wenn auch noch unter dem Rekord von 328 Tonnen aus 1999/2000.
Das Juni-Quartal 2025 steuerte 76 Tonnen bei und lag damit um 3 Tonnen beziehungsweise 4 Prozent über dem März-Quartal. Auf Basis eines aktuellen Goldpreises von etwa 5.200 AUD je Feinunze summiert sich der Gegenwert der Jahresproduktion auf etwas mehr als 50 Mrd. AUD! Damit rangiert Gold nach Eisenerz, Kohle und LNG auf Platz vier der wichtigsten Exportgüter; der Exportwert entspricht in etwa der Hälfte aller Agrar-, Forst- und Fischereiexporte Australiens.
Geopolitisches Umfeld stützt Gold weiterhin
Preisunterstützung kam aus dem geopolitischen Umfeld: Spannungen im Nahen Osten, der Krieg Russland–Ukraine und die unberechenbare Politik von US-Präsident Donald Trump hoben die Notierungen in US-Dollar an. Trotz eines leicht festeren Austral-Dollars resultierte daraus im Juni-Quartal ein höherer durchschnittlicher Goldpreis in AUD. Angebotsseitig mischten die Betreiber weiterhin Lagererz mit geringeren Gehalten in die Anlagen – etwas mehr als 15 Prozent der Zufuhr –, um Laufzeiten zu strecken und Ressourcen effizienter zu nutzen.
Bei den Eigentumsverhältnissen ist die internationale Prägung unverkennbar: Ausländische Gesellschaften kontrollierten 1997 rund 20 Prozent der Produktion, Ende 2002 etwa 70 Prozent und aktuell etwa 45 Prozent (australischer Anteil: 55 Prozent). Dieser Auslandsanteil dürfte nach der für Ende September vorgesehenen Übernahme von Gold Road Resources durch Gold Fields im Volumen von 3,7 Mrd. AUD moderat steigen. Im Fokus steht die Gruyere-Mine 200 Kilometer östlich von Laverton: entdeckt 2013 von Gold Road, seit Ende 2016 zu 50 Prozent im Besitz von Gold Fields (Kaufpreis 350 Mio. AUD), Bauabschluss 2019 für 621 Mio. AUD, Output 2024/25 bei 305.000 Unzen. Der Tagebau soll mindestens 500 Meter Tiefe erreichen und zählt damit perspektivisch zu den tiefsten Open-Pit-Goldprojekten des Landes.
Operativ setzten 2024/25 die Minen Boddington (Newmont) mit 574.000 Unzen, Tropicana mit 466.072 Unzen (AngloGold 70 %, Regis 30 %), Cadia (Newmont) mit 432.000 Unzen, Northern Stars Super Pit mit 405.415 Unzen sowie Newmonts Tanami mit 387.000 Unzen die Benchmarks. Im Juni-Quartal führte Boddington mit 147.000 Unzen vor dem Super Pit mit 117.367 Unzen, Cadia mit 104.000 Unzen, St Ives (Gold Fields) mit 99.200 Unzen und Tropicana mit 93.780 Unzen.
Bemerkenswert für Investoren: Obwohl australische Akteure insgesamt 55 Prozent halten, entfielen 2024/25 bei den fünf größten Produzenten nur 24 Prozent auf heimische Gesellschaften – ein deutlicher Hinweis auf die Nachfrage internationaler Player nach erstklassigen Gold-Assets und ein konstruktives Umfeld für M&A-Storys im Sektor.