30%-Crash ändert bei Silber nichts Grundlegendes

Silber Barren glänzend

Den letzten Freitag werden viele Anleger so schnell nicht vergessen, vor allem jene nicht, die in Edelmetalle investiert sind oder es an diesem Tag noch waren. Nicht nur der Goldpreis wurde auf eine rasante Talfahrt geschickt. Auch die weißen Edelmetalle verzeichneten herbe Verluste und insbesondere Silber kam mit einem Minus von in der Spitze über 30 Prozent gehörig unter die Räder.

Ein derart hoher Tagesverlust ruft unweigerlich all jene Stimmen hervor, die vom Platzen einer Blase ausgehen und in der Tat hat die scharfe Kursbewegung dazu geführt, dass viele schwache Hände aus dem Markt gekegelt wurden. Spekulative Überhänge wurden abgebaut, was aber für den weiteren Verlauf der Rallye eher positiv ist, wenn es denn eine solche geben wird.

Die Chancen dazu stehen nicht schlecht, denn der scharfe Ausverkauf hat an der grundlegenden Problematik trotz all seiner Dramatik nichts Wesentliches geändert. Im Hintergrund steht ein strukturelles Defizit. Dieses besteht bei hohen Preisen ebenso wie bei tiefen. Seine Grundlage ist, dass der Silbermarkt sich nun bereits das fünfte Jahr in Folge in einem Defizit befindet.

Probleme auf der Angebotsseite bestimmen das Bild

Der Silberverbrauch ist um rund 200 Millionen Unzen niedriger als das Angebot und dies nun schon das fünfte Jahr in Folge. 2026 hat gute Chancen, als das sechste Jahr dieser Reihe in die Geschichte einzugehen, denn die Silberproduktion der Minen wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht steigen. Eher das Gegenteil ist zu befürchten. Fresnillo, einer der größten Silberproduzenten der Welt, hat in seinem Ausblick für 2026 bereits angekündigt, dass das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr mit einer geringeren Silberproduktion rechnet. Probleme auf der Angebotsseite bestimmen das Bild

Ob andere Produzenten in der Lage sein werden, diesen Einbruch auszugleichen, wird eine der spannendsten Fragen für die kommenden elf Monate sein. Vor diesem Hintergrund kann nur dann erwartet werden, dass der Silbermarkt 2026 nicht schon wieder ein Defizit aufweisen wird, wenn die Silbernachfrage deutlich zurückgeht. Danach sieht es momentan allerdings nicht aus.

Es ist vielmehr damit zu rechnen, dass die Nachfrage nach Silber auch weiterhin hoch sein wird bzw. sogar noch steigt, denn zusätzlich zum Bedarf der Industrie könnten nun auch im größeren Stil Anleger in den Markt drängen, die in größeren Mengen physisches Silber zu Anlagezwecken nachfragen. Sie könnten gerade durch den massiven Kurssturz vom 30. Januar geneigt sein, jetzt erst recht Silber zu kaufen, denn ein Preisnachlass von 30 Prozent ist auch in anderen Branchen und bei anderen Produkten immer ein starkes Kaufargument.

Zwei unterschiedliche Konsequenzen des Silber-Crashs haben mittelfristig die gleiche Wirkung

Während der Abverkauf vom 30. Januar auf die Käufer und ihre Silbernachfrage damit eher belebend wirken dürfte, ist auf der Seite der Produzenten eine exakt gegenteilige Entwicklung zu erwarten. Der Grund ist folgender: Im Bergbau wird traditionell in sehr langen Zeiträumen gedacht, denn die einzelnen Entwicklungsschritte sind ebenso zeitaufwendig wie teuer. Innerhalb der Bergbauunternehmen sehnt man sich daher vor allem nach einer Grundvoraussetzung – Planungssicherheit.

Ist diese Planungssicherheit gegeben, ist die Branche bereit, Projekte zu entwickeln. Wird dabei konservativ geplant, können moderate Preisschwankungen problemlos berücksichtigt werden. Schwierig wird es jedoch, wenn die Preise für die geförderten Produkte starken Schwankungen unterliegen. Diese machen nicht nur den Anlegern zu schaffen. Auch so mancher Minenvorstand wird sich am 30. Januar und in den Tagen danach gefragt haben, was dieser massive Einbruch für seine weiteren Planungen zu bedeuten hat.

Psychologisch wirkt der Crash an dieser Stelle verheerend, denn er lähmt und legt ein noch vorsichtigeres Verhalten für die Zukunft nahe, während ein kontinuierlicher moderater Anstieg psychologisch eher eine gegenteilige Konsequenz hat, weil er eine positive Sicht auf die Zukunft und eine entsprechend optimistische Grundhaltung begünstigt. Es wäre nicht verwunderlich, wenn innerhalb der Branche in den kommenden Wochen und Monaten so manches Entwicklungsprojekt nun noch einmal besonders kritisch auf den Prüfstand gestellt wird. Allein der Zeitverzug, der dadurch eintritt, vergrößert das Defizit, weil die Förderung später beginnt. Wird ein Projekt sogar gänzlich gestoppt, sind die Konsequenzen nochmals gravierender.

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