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Derzeit sind Bitcoin und weitere digitale Währungen in aller Munde – doch werden diese sogenannten Kryptowährungen Gold nicht als sicheren Hafen für Anleger ersetzen. „Wir erkennen das Potenzial der Blockchain-Technologie, halten es aber für ausgeschlossen, dass die zunehmende Nachfrage nach Kryptowährungen einen Einfluss auf den Gold-Markt nehmen wird“, sagt Joe Foster, Portfoliomanager und Stratege für die Gold-Fonds von VanEck. Dem Experten zufolge seien sich beide Asset-Klassen zwar auf dem ersten Blick ähnlich, würden aber bei genauerer Betrachtung unterschiedliche fundamentale Charakteristiken aufweisen.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Dass vor allem Bitcoin als Anlageinstrument in seiner Funktion oft mit Gold verglichen wird, liegt an einer Reihe von Parallelen: Beide Asset-Klassen werden weder von Regierungen ausgegeben noch kontrolliert und rund um den Globus grenzüberschreitend gehandelt. Das Angebot sowohl von Gold als auch Bitcoin ist begrenzt, was beide grundsätzlich zu gesunden Währung macht. Und für Transaktionen müssen die Sicherheiten bei beiden Asset-Klassen im Regelfall zunächst in Papierwährung umgewandelt werden. Darüber hinaus bedient sich Bitcoin einem Image, dass stark an das Edelmetall erinnert. „Presseartikel werden oft von einem Bild von Stapeln aus glänzenden goldfarbenen Bitcoins begleitet. Dass Bitcoins von ‚Minern‘ geschürft werden, verstärkt dieses Image“, so Foster. Dabei rücke aber in den Hintergrund, dass es sich um eine digitale Währungen und damit auf fundamentaler Ebene um Binärcode handelt, die nur in einem Netzwerk aus unbekannten Computern bestehen und weder berührt noch gesehen werden können. „Digitale Währungen sind ohne Elektrizität wertlos. Physisches Gold hingegen kann überall gelagert und sein Wert weder von Hackern noch von einer Sonneneruption beeinträchtigt werden“, so Foster.

Foster zufolge dürften es Kryptowährungen schwer haben, einen ähnlichen Grad an Sicherheit zu bieten wie Gold. Immerhin hat sich das Edelmetall über die gesamte menschliche Geschichte hinweg als Wertanlage etabliert. Heute beträgt die Marktkapitalisierung von Gold etwa acht Billionen US-Dollar, davon drei Billionen Dollar in Form von Münzen und Barren. Das tägliche Handelsvolumen liegt bei etwa 50 Milliarden Dollar. Bitcoin hingegen ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 63 Milliarden US-Dollar und bis zu 4 Milliarden US-Dollar täglichem Handelsvolumen (Stand: 22. August 2017) im direkten Vergleich mikroskopisch. Digitale Währung hingegen haben noch den Test der Zeit zu bestehen. „Wir können heute nicht sagen, ob zum jetzigen Zeitpunkt sichere digitale Währungen auch mit dem technologischen Fortschritt mithalten können. Die Blockchain-Technologie dürfte gegenüber Hackern anfällig sein, wenn Quantencomputer zur Realität werden“, erklärt Foster. Zudem ist der Experte überzeugt, dass die Regierungen nicht zulassen werden, dass Kryptowährungen eine kritische Masse erreichen, um eine Gefahr für herkömmliche Fiat-Währungen darzustellen.

Kryptowährungen könnten ihre eigene Investment-Nische schaffen

„Im besten Fall können sich digitale Währungen als Anlageklassen eine eigene Nische im Investment-Universum schaffen. Im schlimmsten Fall könnten sie aber auch als gescheitertes Experiment enden“, so Foster. Sicher sei derzeit nur, dass auch weiterhin eine hohe Volatilität an den Krypto-Märkten herrschen werde. Angesichts der grundlegenden Differenzen zwischen Gold und digitalen Währungen ist der Experte allerdings überzeugt, dass digitale Währungen auch in Zukunft nicht die einzigartige Rolle von Gold als eine Form der Portfolioversicherung und Absicherung gegen langfristige Risiken replizieren oder ersetzen können.

 

Pressekontakt:
Jörg Schüren
Senior Consultant, Head of Investment Communications
Edelman.ergo
Tel.: +49 (0)221 912887-29
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